Kommunale Doppik

Was verbirgt sich hinter "Doppik"?

Der Begriff "Doppik" steht für "Doppelte Buchführung in Konten". Jede durch einen Geschäftsvorfall verursachte Buchung berührt bei der doppelten Buchführung mindestens zwei Konten, da sowohl im "Soll" als auch im "Haben" gebucht wird.

Da im öffentlichen und kirchlichen Bereich besondere Anforderungen gelten, wird in diesem Bereich auch von der Doppelten Buchführung in Körperschaften gesprochen.

Merkmale des Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens (NKHR)

Im Unterschied zur kaufmännischen Buchführung nach dem HGB wird in der kommunalen Doppik neben der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz eine dritte Komponente ausgewiesen, die Finanzrechnung.
Zudem erfolgt keine strikte Trennung zwischen internem und externem Rechnungswesen.

Drei-Komponenten-Rechnung

Die kommunale Doppik besteht aus einer Drei-Komponenten-Rechnung. Bei der Ausgestaltung des neuen kommunalen Rechnungswesens wurde die Notwendigkeit einer neben den klassischen betriebswirtschaftlichen Bestandteilen des Jahresabschlusses (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) zusätzlich direkt zu führenden Finanzrechnung früh erkannt, zumal die Zahlungssicht, die heute im Mittelpunkt der öffentlichen Haushalte steht, in ihrer Bedeutung auch im neuen Haushaltsrecht nicht zurückgeht.

Die einzelnen Komponenten der so genannten Drei-Komponenten-Rechnung sind systematisch miteinander verbunden. Als Ergebnis der Ergebnisrechnung ergibt sich ein Ressourcenzuwachs oder -verzehr (Gewinn oder Verlust), der in das bilanzielle Eigenkapital einfließt.

Als Ergebnis der Finanzrechnung ergibt sich eine positive oder negative Veränderung des Zahlungsmittelbestandes, die sich in den liquiden Mitteln (Bank und Kasse) auf der Aktivseite der Bilanz niederschlägt.

Keine strikte Trennung zwischen internem und externem Rechnungswesen

Einige Elemente der Kosten- und Leistungsrechnung (internes Rechnungswesen) schlagen sich im Haushaltsplan (externes Rechnungswesen) nieder. 
Auf kommunaler Ebene erfolgt der Ausweis von Produkten im Haushalt sowie die verwaltungsinterne Leistungsverrechnung und der Ausweis von kalkulatorischen Kosten in den Teilhaushalten.

Was sind die wichtigsten Unterschiede zur Kameralistik?

In der Kameralistik steht der Geldverbrauch im Mittelpunkt. Er wird durch die Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben abgebildet. Die Zuordnung der Geschäftsvorfälle zu einem Haushaltsjahr erfolgt gemäß des Zeitpunktes in dem die Zahlung fließt.

In der Doppik hingegen steht die ressourcenorientierte Darstellung des Haushalts- und Rechnungswesens, also der Ressourcenverbrauch, im Fokus. Dadurch ist es möglich die intergenerative Gerechtigkeit zu gewährleisten. Das heißt, dass bspw. Aufwände, die heute verursacht werden aber erst in Zukunft anfallen, bereits im laufenden Haushaltsjahr geplant und ausgewiesen werden. Dadurch wird schon heute für künftige Auszahlungen vorgesorgt. Damit einher geht, dass in der Doppik Geschäftsvorfälle dem Jahr zugeordnet werden, in dem sie wirtschaftlich verursacht wurden. Die erweiterte Kameralistik könnte dies grundsätzlich auch leisten, jedoch muss hierzu die Kameralistik um eine Vielzahl von Nebenrechnungen ergänzt werden, die die Doppik bereits in sich als geschlossenes System anbietet.

Des Weiteren ändert sich mit der Doppik die Steuerungsform. In der Kameralistik erfolgt die Steuerung über Mittelzuweisungen (Input), eine Ausrichtung am gewünschten Output, also der beabsichtigten Wirkung, erfolgt nicht. Die Steuerung in der Doppik erfolgt über das Output, das heißt, sie basiert auf den Zielsetzungen, den Ergebnissen des Handelns und den angestrebten Wirkungen. Dadurch wird automatisch die Orientierung an den Gemeindegliedern und Aufgabenbereichen verstärkt.

Ein konsolidierter Gesamtabschluss ist in der Landeskirche durch die sehr unterschiedlichen Rechnungsstile bislang nicht möglich. Durch die Vereinheitlichung der Doppik ist dies künftig leichter durchführbar. Dies gestattet eine größere Transparenz und damit eine erleichterte Steuerung.